
Die 20-Metriken-Grenze
Wenn Teams zu viele Metriken verfolgen, verlieren Entscheidungen ihre Schärfe. Fokus ist keine Einschränkung, sondern eine Voraussetzung für Lernen.
Decision-Centric Development scheitert oft leise.
Nicht, weil Teams sich nicht kümmern. Nicht, weil Metriken falsch sind.
Sondern weil Lernsysteme unter ihrer eigenen Oberfläche zusammenbrechen.
Wann Metriken aufhören zu lehren
Metriken existieren, um Lernen zu ermöglichen.
Lernen erfordert jedoch Zuordnung.
Welches Signal gehört zu welcher Entscheidung? Welche Veränderung wurde erwartet? Welche Bewegung war tatsächlich relevant?
Mit wachsender Anzahl an Metriken bricht diese Beziehung.
Alles wird sichtbar.
Aber das Wesentliche geht verloren.
Metriken-Wildwuchs und Entscheidungsdrift
Wenn zu viele Metriken aktiv beobachtet werden, passieren meist drei Dinge:
- Verantwortlichkeiten werden unklar
- Signale verlieren ihre Verbindung zur ursprünglichen Absicht
- Entscheidungen driften oder werden stillschweigend zurückgenommen
Nicht, weil jemand bewusst zurückrudert.
Sondern weil niemand mehr klar sagen kann, welches Ergebnis eigentlich beabsichtigt war.
An diesem Punkt werden Dashboards zu Instrumententafeln.
Sie zeigen Bewegung.
Aber sie bewahren kein Gedächtnis.
Eine praktische Leitplanke
Aus Erfahrung hat sich eine einfache Begrenzung als hilfreich erwiesen.
Nicht als Regel. Nicht als Best Practice.
Sondern als Leitplanke, die Fokus erzwingt.
Die 20-Metriken-Grenze
Wenn ein Team mehr als etwa 20 entscheidungsbezogene Metriken aktiv verfolgt, verfolgt es in der Regel zu viel.
Eine Struktur, die Lernen begünstigt:
- 2–3 aktive Probleme gleichzeitig
- 3–5 Entscheidungen pro Problem
- Eine kleine Anzahl von Signalen pro Entscheidung
- Gesamtzahl aktiver Metriken ≤ 20
Diese Begrenzung macht Verantwortung sichtbar.
Sie zwingt Teams, sich zu entscheiden, was sie wirklich lernen wollen.
Warum das funktioniert
Decision-Centric Development geht nicht um Abdeckung.
Es geht um Gedächtnis.
Mehr Metriken erzeugen nicht automatisch mehr Erkenntnis.
Oft verringern sie die Verantwortlichkeit für Absichten.
Begrenzter Fokus erhält die Schärfe von Entscheidungen.
Ergebnisse bleiben zuordenbar.
Lernen bleibt möglich.
Leitplanke, keine Doktrin
Dieses Prinzip ist nicht für stark regulierte oder sicherheitskritische Umgebungen gedacht.
Es richtet sich an kleine Teams, frühe Produktphasen und schnelllebige Kontexte, in denen Entscheidungen unter Unsicherheit getroffen werden.
Ziel ist nicht, alles zu messen.
Ziel ist, sich zu erinnern, warum eine Entscheidung getroffen wurde — und klar zu sehen, was danach passiert ist.
Fokus bewahrt Gedächtnis.
Abdeckung untergräbt es oft.
Afterchange Team
Wir helfen Teams, Entscheidungen zu verfolgen und Auswirkungen zu messen.